Volcán Irazú Costa Rica

Volcán Irazú Costa Rica

Lange sah es an diesem Tag so aus, als würde ein Vulkanbesuch im Land der vielen Feuerberge keinen Sinn machen. Wir hatten in der Lodge zwar extra früh (um sechs Uhr) Morgenessen bestellt und die Küchencrew aufgeweckt. Aber ein Blick an den Himmel liess bald Zweifel an der Sinnhaftigkeit unseres Ausflugs auf einen Dreieinhalbtausender in den Tropen aufkommen. Schwere Regenwolken nahten aus Richtung Karibik und strafte die vom Lodge-Receptionist  formulierte Wetterregel Lügen, wonach die Berge bis etwa um 10 Uhr an jedem Tag wolkenfrei seien. Wir waren noch gar nicht bei der zweiten Tasse Kaffee, als der Regen schwer und laut an Fenster und Blechdach der Lodge zu trommeln begann. Mann und Maus verzog sich nach dem Zmorge also entweder wieder unter die Bettdecke, mit Buch bewaffnet aufs Sofa oder handisierend ins Gebiet der WLAN-Reichweiten.

Der Regen war so stark, dass nicht einmal Autofahren - im Fahrgastraum notabene 100% trocken - Spass machen würde. Als der Spuk nach über drei Stunden immer noch nicht vorüberwar, holte ich den fahrbaren Untersatz vom Parkplatz in die Hotel-Vorfahrt, wo ein Dach die Gäste schützt, und luden unser Gepäck ein. Dann beschlossen wir trotzdem loszufahren. Schliesslich mussten wir am Abend ja in der nächsten Lodge sein (wofür ein halber Tag allerdings ausreichte).

Immerhin liess das Getrommel aufs Autodach mit der Fortdauer des Morgens langsam nach, und in einer Kurve konnte man gar ein paar Hänge des Irazú oberhalb der Strasse in Augenschein nehmen. Ich erinnerte mich an eine Diskussion mit der Patronne der Guayabo Lodge, wonach beim Sichten der Antennen auf dem Gipfel des Irazú durchaus mit etwas Aussicht von dessen Gipfel gerechnet werden könne. Nur dank dieser "Instruktion" zogen wir ein Höherfahren auf der Strasse Richtung Nationalpark und Gipfel in Erwägung. Tatsächlich hörte es zuerst auf zu regnen, und später begannen sich auch die überall umherwallenden Wolken etwas zu zerteilen. Nun setzten wir die Fahrt hoffnungsvoll fort und bezahlten auch die Eintrittsgebühr des Nationalparks, was bei schlechten Sichtverhältnissen schlicht keinen Sinn ergeben hätte. Oben angelangt staunten wir tatsächlich nicht schlecht, wie rasant besser das Wetter in dieser kurzen Zeit geworden war. Leider ohne Kinder - die hörten lieber im Auto Musik - nahmen Felice und ich das kurze Wegstück zum Gipfel unter die Füsse. Oben herrschte eine tolle, ja gar mystische Stimmung: eingeklemmt zwischen einer tiefen, im Urwald liegenden Wolkenschicht und einer hohen, zum Glück nicht so dichten, genossen wir die Szenerie. In etwa 20km Entfernung liess sich der Turrialba ausmachen, der erst vor ein paar Monaten zum letzten Mal ausgebrochen war und nun beleidigt (da aus den News verschwunden) vor sich hin rauchte. Die Flora auf dem fast 3500m hohen Berg ist bezaubernd: Mamut-Blätter und-Farne, Feuerlilien, Kamelien und Bromelien in fast allen Formen und Farben. Der Vulkanboden und die Meereshöhe sind die Hauptgründe für die speziellen Bedingungen der Botanik hier oben.  

Auf einem zweiten Rundgang in der Kraterlandschaft waren auch die Kids dabei. Nun schien die Sonne! Der Weg über die "Playa hermosa" war alles andere als anstrengend. Alicia und ich fotografierten um die Wette, derweil Aurelio gegen imaginäre Fussbälle kickte. Wir waren uns einig, dass sich der Umweg hierhin über die vielen Strassen-Serpentinen gelohnt hatte und setzten am Nachmittag unseren Weg über die vielen Hügel des "Cerro de la muerte" Gebirgszuges Richtung Trogon Lodge fort. 

Id2594
Datum17.07.2015
TourVolcán Irazú Costa Rica
Ziel erreichtJa
RouteSanta Cruz (Turrialba) - Cot - Irazú
GipfelIrazú (Volcán) 3432m
BegleiterMusMus, Ugi, Felice
GebietZentralamerika Cordillera
TourentypWanderung
HM aufwärts178
HM Abstieg178
Distanz km4.44
Verhältnissegerade wieder trocken nach Ende des Regens
Hütten
Feat. Foto221-SAM_1107.jpg
TourenideenTrecking in Costa Rica
Aufstiegszeit01:45:00
Abstiegszeit00:00:00
SchwierigkeitL
Wetterwolkenverhangen
MaterialWanderung leicht

volle Distanz: 4689 m
Maximale Höhe: 3450 m
Gesamtanstieg: 563 m
Gesamtabstieg: -576 m
Gesamtzeit: 01:41:55
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