Oberalper Grat

Oberalper Grat
Auf dem Oberalper Grat, kurz nach dem "Tor"

Diese schon etwas länger im Kopf und auf Schweiz Mobil gespeicherte Tour unternahmen wir an Felices 46. Geburtstag. Sie wünschte sich einen schönen Wandertag. Weil auch Aurelio zu Hause war, wurde er etwas gegen seinen Willen in diesen Wunsch miteinbezogen. Er musste also seine Glieder aus dem Bett bewegen und mitkommen. Alicia hatte insofern Glück, dass sie immer noch in Viareggio in ihrem Sprachaufenthalt weilte und so um Mamas Wunsch elegant herumkam. 

Wie es sich für einen Geburtstag gehört, starteten wir den Tag mit frischem Brot und Gipfeli. Will man die Tour in der geplanten Richtung gehen, dann gibt es etwas öV Stress. Prompt reichte es uns nicht mehr aufs Postauto durch den Seelisbergtunnel in Stans. Aber weil der Winkelried Express auch in Buochs hielt, parkierten wir unser Auto dort und stiegen in die gelbe Klasse um. In Altdorf musste umgestiegen werden. Es blieb aber genügend Zeit um dem durstigen Wetter Tribut zu zollen und Flüssiges zu kaufen. Die Postautostrecke ins Isenthal war das erste coole Erlebnis des Tages. Die enge Strasse mit so einem Riesengefährt hochzukurven überlässt man besser den Einheimischen und Geübten!

Nach der Seilbahnfahrt nach Gitschenen rauf war es mittlerweile zehn Uhr geworden. Der Wandertag konnte beginnen, wobei wir es nicht unterliessen, die schöne Kapelle auf Gitschenen zu bewundern und um Segen für das nachfolgende weglose Gelände zu bitten. Schon der Trail auf den Bärenstock ist sehr steil, geht aber eigentlich ganz gut. Von Weg kann höchstens auf 10% der Strecke gesprochen werden. Der Rest verläuft über Wiesen- und Geröllpörter. Einmal mehr begeisterte die Juli-Blumenpracht: Männertreu fanden wir sogar in grosser Zahl hier oben!

Auf dem Bärenstock, der uns bereits zwei Stunden Schweiss abverlangte, wurde erstmal gerastet. Im Abstieg zum Fifer runter brauchten wir schon zum zweiten Mal das Seil, welches ich im Rucksack mitführte. Schon im Aufstieg hatte ich eine Passage kurz gesichert. Nach einem heiklen Couloir geht die nordseitige Umgehung des Fifers ganz ordentlich. Leider liessen wir uns von diesem Gelände dazu verleiten, weiter in der Flanke zu bleiben. Das resultierte in einem bösen Verhauer, der uns insgesamt eine Stunde haarsträubenden Herumkraxelns auf Geröll und überhängenden Krautmatten  bescherte. Wir wären besser schon früh wieder auf den Grat zurückgekehrt. Trotz Felsstufen, die einem den Weg zu versperren scheinen, geht es auf der Gratschneide eindeutig am Besten. 

Wegen des Zeitverlustes in der Nordflanke verzichteten wir auf den drahtseilgesicherten Aufstieg auf den Stockzahn mit dem riesigen Kreuz obendrauf. Stattdessen umgingen wir diesen Felsturm auf der Südseite im steilen Gras. Wir hatten vom Verhauer gelernt und kehrten bei erstbester Gelegenheit auf den Grat zurück. Dort oben verläuft ein Pfadlein, welches atemberaubende Tiefblicke erlaubt. Über das markante Tor, das man von Gitschenen so schön sieht, führt der Steinbockpfad in die nächste Scharte runter. Das ist wiederum sehr steil und eindeutig T6-mässig. Noch einmal muss auf die Südflanke ausgewichen werden, bevor man endgültig und für den Rest des Weges wieder den Grat gewinnt. Ab hier ist die Wanderung der reinste Genuss und nicht mehr so gefährlich. Zwar ist wegen der Felswände links und rechts auch hier das Stolpern verboten, aber immerhin muss man nicht mehr in die Flanken rein und weist der Gratrücken eine gewisse Breite auf. 

Kurz vor dem Chaiserstuhl trifft man auf den blauweiss markierten Bergweg von der Sinsgäuer Schonegg her. Das war nun im Gegensatz zu vorhin schon fast gemütlich und führt einem geradewegs auf den Gipfel. Wir fanden dank der Restschneefelder sogar eine Quelle, welche wunderbar kühles Wasser servierte. Vom Chaiserstuhl runter brauchten wir dann noch eine knappe Stunde, sodass wir just die Fünfuhrseilbahn und das Postauto nach Wolfenschiessen erwischten. Bevor wir aber in Beckenried in den herrlich temperierten Vierwaldstättersee springen konnten, musste in Stans noch umgestiegen und ein Gelato kredenzt werden. Der Sprung ins kühle Nass und der Apéro mit Corn-Chips und Salsa-Dip waren aber noch nicht das Ende der Geburtstagsfestivitäten: diese folgten in Form einer feinen Sushi-Platte zu Hause im Garten. Das Geburtstagskind zeigte sich jedenfalls sehr zufrieden mit seinem Tag!

Id2749
Datum19.07.2018
TourOberalper Grat
Ziel erreichtJa
RouteGitschenen - Sulztaler Hütte - Bärenstock - Fifer - Tor - Oberalper Grat - Chaiserstuel - Bannalper Schonegg - Chrüzhütte (Bannalp)
GipfelBärenstock 2107m; Chaiserstuel 2400m
BegleiterUgi, Felice
GebietZentralschweiz
TourentypWanderung
HM aufwärts1130
HM Abstieg963
Distanz km14.33
VerhältnisseTrocken, schneefrei, im Tal heiss (30°), aber am Grat immer schön kühler Wind. Sehr gute Verhältnisse für diese Tour.
Hütten
Feat. Fototbi_2018-07-19.jpg
TourenideenMit Bike von St. Jakob bis Vorderalp und dann hoch zum Fifer
Aufstiegszeit05:45:00
Abstiegszeit01:00:00
SchwierigkeitT6
Wetterschön - leicht bewölkt
MaterialWanderung mit Seil

volle Distanz: 12208 m
Maximale Höhe: 2355 m
Gesamtanstieg: 1179 m
Gesamtabstieg: -1013 m
Gesamtzeit: 06:42:26
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