Monte Ciaslaràs

Monte Ciaslaràs

Nachdem Kunos Ausrüstung dank Fulvia spätabends vervollständigt war und wir die zweite Nacht im Rifugio Campo Base hinter uns gebracht hatten, standen wir auch an diesem Morgen mit dem unüberhörbaren Windgeräusch in den Lärchen vor der Hütte auf. Immerhin hatte es merklich abgekühlt, sodass der kurze Schneetest vor der Hütte ergab, dass heute mit guten Skiverhältnissen gerechnet werden konnte. Dank dem französischen Führer Astérix mit seinen beiden Gästen gab es heute eine Stunde früher die prima colazione (Frühstück). Es dämmerte erst gerade so, als wir loszogen. Wie gestern galt es zuerst eine schneearme Zone zu durchqueren, bevor es in die schönen Hänge des Monte Ciaslaràs ging. Wir folgten heute den Spuren "unserer" Österreicher, die am Vortag diesem Gipfel zustrebten, und mit denen wir es gestern so lustig hatten. Allerdings herrschten heute dank der markanten Abkühlung ganz andere Verhältnisse als gestern. Der immer noch makellos blaue Himmel und der jetzt schön gefrorene Schnee liessen Gutes für die Abfahrt erahnen. Nur der Wind hatte noch nicht abgestellt. Die Suche nach einem geschützten Pausenplätzchen war des Windes wegen fast unmöglich. In einer Schneerunse fanden wir aber eine geeignete Stelle und liessen die Italiener aufholen, die auch noch am Berg unterwegs waren. 

Der zweite windgeschützte Ort war dann erst wieder der Gipfel, den wir nach ca. vier Stunden Aufstieg über einen pickelharten Steilhang und ein kleines Pässchen erreichten. Hier verweilten wir gute Anderthalbstunden, weil es dank des kalten Windes nichts zu Pressieren gab. Der Schnee blieb ja schön gekühlt. Mit einem glatzköpfigen Val Mairer, dem wir den Namen Marco Pantani gaben und seinem 60-jährigen Begleiter Tonino, der wiederum Fulvia kannte, alberten wir herum und tauschten cioccolato svizzero gegen formaggio piemontese. Tonino hatte uns übrigens schon im Steilhang mit seinen technisch einwandfreien Spitzkehren ohne Harsteisen beeindruckt und liess uns dann weiter staunen, als wir ihn die ersten Meter abfahren sahen. Das müsste uns im hohen Alter auch gelingen, versprachen wir uns. 

Die Abfahrt war in der Folge um einiges besser als gestern, ja sogar schon richtig gut. Zwar noch immer hart im oberen Teil, mit "bellissima crema" weiter unten aber genussreich. Diesen Namen für guten Sulzschnee übernahmen wir von Tonino und Marco Pantani: er schien uns sehr zutreffend für guten Frühjahrsschnee. Im Italienischen gibt es doch einfach klangvollere Wörter für gute Sachen: dolcetto d'Alba, caffè macchiato, antipasti provenzali oder eben crema primaverile. 

Dem Rifugio Campo Base sagten wir am Ende der Abfahrt nun Arrivederci. Dank Fulvia hatten wir die Adresse eines Agriturismo weiter unten im Tal, auf der Sonnenseite oberhalb Prazzo gelegen, gefunden. Und dieser Unterkunftswechsel war der Volltreffer der Woche! Bei Corrado und seinen beiden Töchtern, die als Köchinnen wirkten, wurden wir äusserst freundlich empfangen und in der Folge fürstlich bewirtet. Zudem lag das Haus auf der hellen und warmen Sonnenterrasse des Val Maira, was uns den Nachmittag geniessen liess. Die grosse Auslegeordung und Ausrüstungs-Trocknungsaktion fand ebenso statt wie der Biergenuss auf dem Balkon. 

Kuno erhielt am Abend von Fulvia seine reparierten Ski zurück und wir genossen in der Folge ein 6-gängiges feines piemontesisch-provenzalisches Menü. Wir wurden als einzige Gäste im stimmungsvollen Lokal "la tano di Grich" nach allen Regeln der Kunst bewirtet und liessen es uns so richtig gut gehen. 

Id2585
Datum01.04.2015
TourMonte Ciaslaràs
Ziel erreichtJa
RouteRifugio Campo Base Val Maira - Valle del Maurin - Valle dell'Infernetto - Laghi dell'Infernetto - Vallone Infernetto Occ. - Monte Ciaslaràs
GipfelMonte Ciaslaràs 3002m
BegleiterDani, Kuno
GebietPiemont
TourentypSkitour
HM aufwärts1434
HM Abstieg1434
Distanz km17.42
VerhältnisseKalte Nacht, alles hart gefroren. Windig. In Abfahrt oben noch hart, unten perfekte "Crema".
HüttenRifugio Campo Base 1650m
Feat. FotoP4011692.jpg
TourenideenSehr viele (weit über 100) Tourenmöglichkeiten im Val Maira. Siehe Karte und Buch.
Aufstiegszeit04:15:00
Abstiegszeit01:10:00
SchwierigkeitZS
Wetterschön - windig
MaterialSkitour normal

volle Distanz: 17833 m
Maximale Höhe: 3002 m
Gesamtanstieg: 2180 m
Gesamtabstieg: -2156 m
Gesamtzeit: 22:16:35
Download

(Visited 104 times, 1 visits today)
Menü schließen