Gitschen

Gitschen
Im Abstieg vom Gitschen zur Musenalp gilt es einige Bäche zu queren

Bevor Felice zuammen mit Alicia am Abend mit dem Nachtzug nach Wien abzureisen gedachte, schlug ich noch eine schöne Bergtour im Urnerland vor. Mittlerweile sind Felice und ich ziemlich auf die blauweissen Bergwege konditioniert. So war der Gitschen hoch oberhalb der Urner Reussebene eine logische Wahl. Er versprach spektakuläre Aus- und Tiefblicke. Zuletzt war ich im Jahre 1994 mit Dani dort oben gewesen. Damals inklusive Übernachtung unter der mächtigen gelben Gipfelwand. Diesmal planten wir aber den Rundweg ab Gietisflue mit Abstieg über die Musenalp an einem Tag. 

Der Wetterbericht tönte eigentlich für diese Unternehmung problemlos, auch wenn die prognostizierten abendlichen Gewitter zu einer zeitigen Rückkehr rieten. Die musste aber wegen der Reise nach Wien sowieso sein. Trotz guten Vorsätzen war es aber schon 9 Uhr, als wir auf der Gietisflue loswanderten. Die ersten 300 Höhenmeter legten wir per Seilbahn zurück. Trotzdem veranschlagte der Wegweiser immer noch 3:45 Stunden bis auf den Gitschen. Das schien mir zwar etwas viel, sollte aber trotz Gewitter und Wien gut machbar sein. 

Schon bald überzog sich der Himmel mit hohen Wolken und unsere Sorge galt zunehmend dem Regenradar auf der MeteoSwiss App. Ein halbes Dutzend Mal betrachteten wir die Regenzellen auf dem Bildschirm und werweissten, ob sie uns nässen würden oder nicht. Die grausten Regenzellen schienen an den Voralpen zu wachsen, während im Süden gar noch der blaue Himmel lachte. Als letzten Umkehrpunkt identifizierte ich ich den Biwakplatz unter der Gipfelwand. Dort angelangt (wir hatten sogar kurzzeitig den Weg verpasst), entschieden wir uns fürs Weitersteigen. Eine Rückkehr von weiter oben erachtete ich als gefährlicher als den Abstieg zur Musenalp. In meiner Erinnerung von 1994 war das Stück nach dem Biwakplatz das unangenehmste. In den steilen Graspörtern hatte ich mir damals Steigeisen gewünscht. Inzwischen wurde der Weg aber neu angelegt und führte den Felsen entlang statt über glitschige Grashalden. Das war zum Glück viel besser als meine Erinnerung befürchten liess. Wir erreichten den Gitschen problemlos und genossen nun die eingangs erwähnte spektakuläre Sicht. Das wollte ich mit meiner Drohne einfangen und liess sie kühn um den Gipfel kreisen. 

Nach dreiviertel Stunden Gipfelrast - es war nun 13 Uhr - begannen wir den Abstieg. Schliesslich meinte der Regenradar, dass es um 14 Uhr kurz nass werden würde. Bald korrigierte sich aber das Vorhersagemodell selber. Der Regen sollte uns erst um 16 Uhr inkommodieren. Das müsste für den Abstieg reichen, befanden wir. Effektiv wurde es dann aber schon um 15 Uhr so schwarz von Norden und Westen, dass wir es nicht mehr trockenen Fusses in die Musenalp schafften. Bei der Ankunft waren wir zwar nicht klitschnass, aber die ersten schweren Gewittertropfen waren mehr als nur Anfeuchtung. 

Bei nunmehr strömendem Regen bestiegen wir die offene Älplerseilbahn und schwebten Richtung Tal. Das Dach schützte zwar vor dem ärgsten Regen. Aber der fehlende Schirm führte im abschliessenden Fussmarsch zur Talstation der Gietisflue-Seilbahn zu ziemlich durchnässtem Hemd und Rucksack.

Id2803
Datum06.07.2019
TourGitschen
Ziel erreichtJa
RouteGietisflue im Chlital (Isenthal) - Hinterwang - Oberberg - Rinderstöckli - Gitschen - Horen - Firnboden - Musenalp - Chlosterberg - Kleinbergli
GipfelGitschen 2513m
BegleiterFelice
GebietZentralschweiz
TourentypWanderung
HM aufwärts1340
HM Abstieg1699
Distanz km16.76
VerhältnisseNur noch wenige problemlose Schneefelder. Wege trocken. Allerdings drohende Gewittergefahr.
Hütten
Feat. Fototbi_2019-07-06.jpg
Tourenideen
Aufstiegszeit03:15:00
Abstiegszeit03:00:00
SchwierigkeitT5
Wetterbedeckt
MaterialWanderung leicht

volle Distanz: 13759 m
Maximale Höhe: 2464 m
Gesamtanstieg: 1385 m
Gesamtabstieg: -1745 m
Gesamtzeit: 07:01:14
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