Böses Weibl und Gridenkarköpfe

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Böses Weibl und Gridenkarköpfe

Schnee- beziehungsweise abfahrtstechnisch stand heute die beste Tour der Woche auf dem Programm. Da es nachts und zum Teil auch tagsüber immer noch sehr kalt war und wir uns gefahrlos in Nordhängen bewegen durften, war ein Start um acht Uhr angebracht. Wie gestern musste nur der kleine Rucksack gepackt werden, weil auf der heutigen Tour weder Gletscher noch steile Gipfelanstiege mit Steigeisen auf dem Programm standen. Zudem ist das Lucknerhaus wirklich ein idealer Ausgangspunkt für Touren: weder muss das Auto bewegt werden, noch sind lange Flachpassagen durch das Tal zu absolvieren. Von der sehr angenehmen tirolerischen Atmosphäre ganz zu schweigen. 

Schon bald beglückte uns die Sonne und wärmte die noch steifen Glieder. Der Anstieg auf das böse Weibl ist abwechslungsreich und führt durch verschieden geartete Geländekammern. Ausser meinen rutschigen Fellen, die auf allen Touren dieser Woche einfach nicht halten wollten, nervte heute gar nichts. Da mit den Harscheisen der Schlidderei wenigstens teilweise Einhalt geboten werden konnte, war das Steigen auch für mich bald ein Genuss. Da Dani auch heute mit seiner Erkältung kämpfte und ich wie erwähnt mit der Felltechnik Probleme hatte, war das Steigen für unsere Verhältnisse gemächlich. Um halb zwölf waren wir auf dem bösen Weibl, welches seinem Namen heute weder Ehre machte noch uns besonders fraulich vorkam. Ausser man assoziiert das Weibliche mit der wunderbaren Aussicht auf Grossglockner, Lienzer Dolomiten, Venediger etc. oder mit den idealen Skihängen. Auf jeden Fall genossen wir den Gipfel in vollen Zügen, werweissten ob die Sicht nun 300 oder 500 Kilometer betrug und ob man dort hinten den Ortler sah oder vielleicht doch den Kilimanjaro. 

Die ersten Pulverhänge aber warteten und wollten genossen werden. Und wie wir das taten! Nur wenige Vorgänger hatten vorgespurt, sodass wir über die prächtigen (und etwa gar nicht bösen) Hänge schwingen konnten. Nach den ersten 600 Höhenmetern hielten wir inne und zogen nochmals die Felle auf. Weil auf den Gridenkarköpfen ein paar verlockende Spuren zu sehen waren, stiegen wir nochmals auf, um den Pulver abermals stieben zu lassen. Da auch schöne Licht- und Schattenspiele beim Fahren gemacht werden konnten, hatten auch die Kameras ihre helle Freude am Klicken. Im unteren Teil war die Abfahrt nicht mehr so berauschend: Da hatte die Sonne den Hängen schon etwas zugesetzt. Es war aber weit weg von mühsam, sodass wir beschwingt und beglückt um drei Uhr wieder beim Lucknerhaus eintrafen und sofort auch einkehrten. Nach den gestrigen Erfahrungen mit den Jägertees liessen wir es heute bei einer Tasse gut sein. Jetzt fehlte nur noch der obligate Saunagang vor dem Nachtessen. Weil wir dabei auch Schweizer trafen, die heute auf dem Grossglockner waren, diente dieser Gang auch der Tourenvorbereitung für morgen. 

Id2638
Datum17.03.2016
TourBöses Weibl und Gridenkarköpfe
Ziel erreichtJa
RouteLucknerhaus - Nigglalm - Peischlachbach - Böses Weibl - See unterhalb des Weibls - Gridenkarköpfe - Peischlachbach - Lucknerhaus
GipfelBöses Weibl 3119m; Gridenkarköpfe 3031m
BegleiterDani, Kuno
GebietHohe Tauern Osttirol
TourentypSkitour
HM aufwärts1663
HM Abstieg1663
Distanz km19.67
VerhältnisseBeste V. Unten noch wärmegeprägt, oben beste Pulververhältnisse. Geringe Lawinengefahr
HüttenLucknerhaus 1920m
Feat. FotoSAM_0491.jpg
TourenideenSkitouren rund um Kals am Grossglockner
Aufstiegszeit06:00:00
Abstiegszeit01:20:00
SchwierigkeitWS
Wetterschön - wolkenlos
MaterialSkitour normal

volle Distanz: 17248 m
Maximale Höhe: 3098 m
Gesamtanstieg: 1703 m
Gesamtabstieg: -1687 m
Gesamtzeit: 06:48:49
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