Biwak Zen

Biwak Zen

Fast wie jeden Sommer seit dem Jahrtausendwechsel kamen sich der Wunsch, wenigstens eine schöne Hochtour zu absolvieren, mit den Familienferienrealitäten und den Sommerwetterkapriolen in die Quere. Aber auch dieses Jahr sollte es klappen! Mit Minu war das Datum schon lange abgemacht, Dani stiess eher kurzfristig hinzu. Der Wetterbericht versprach nur im Wallis akzeptable Tourenverhältnisse, wobei sich die Meteo im Verlaufe des Samstags noch nach unten, lies Richtung Tief, verschlechtern sollte. Doch dies merkten wir erst, als wir schon im Biwak oben waren und feststellten, dass unsere kleinen internetfähigen Wunderapparätchen guten Empfang hatten. Doch schön der Reihe nach: Dank Lötschbergtunnel dauert die Reise von Adligenswil nach Simplon Dorf mit Zug und Postauto nur ca. vier Stunden. Ein Wert, der vom Auto kaum zu schlagen ist, zumal wir ja das Fletschhorn überschreiten wollten und ab Saas Grund zurückzufahren gedachten. Das hätte dann noch zu Autorückführaktionen geführt, was keiner von uns wollte. Im Luzernerland hatte es noch nicht lange aufgehört zu regnen, und schon empfing uns das Wallis mit Sonnenschein und nur wenigen Wolken. Eine hochwillkommene Sonne, da waren wir uns nach dem Regensommer einig! Nachdem die Rucksackmittagsverpflegung schnabuliert war machten wir uns sogleich an die gut 1400 Höhenmeter bis zum Biwak. Diese Seite des Fletschhorns hat einiges zu bieten: es erscheint hier (im Gegensatz zum Blick von Saas Fee) als mächtiger, ja gewaltiger Berg. Der Aufstieg ist wunderschön und abwechslungsreich: zuerst durch einen schönen Lärchenwald, später über Moränen und Bissen zu einer Alp (Rossbodenstafel).

Dann wurde es blumig, später immer steiniger, zuletzt schneeig. Bei so viel Abwechslung vergisst man den schweren Rucksack, der in meinem Fall das Nachtessen, in Danis das Seil und 3 Dosen Bier enthielt. Nur Minus Beutel schien die halbe Ausrüstung zu Hause gelassen zu haben, so schlaff sah er aus. Das Biwak Piero de Zen fanden wir verlassen vor. Das wussten wir sehr zu schätzen, wollte sich doch keiner von uns vorstellen, wie es hier mit 10 Leuten und mehr zugehen würde. Die Schachtel ist so klein, dass nicht einmal ein Tisch zum Essen Platz darin findet. Die Pritschen sind kaum 60cm breit und umfallen kann niemand, weil die Bettgestelle jeden Sturz schon nach 15° Körperschräglage aufhalten. Die weiteren Aufgaben waren sofort klar: Minu machte sich an die Konstruktion des fehlenden Tisches, wofür er Bautafeln und grosse Chämpen verwendete (Outdoor, versteht sich). Dani plante die morgige Besteigung und holte Wasser, derweil ich mich an die Zubereitung des Nachtessens machte. Küchenmässig war alles vorhanden, was ein Biwakkoch braucht, wir mussten lediglich eine Camping-Gaz Kartusche mitbringen und diese an vorhandene Kocher anschliessen. Bald waren Suppe, Spaghetti und Tee bereit und wir hätten sogar mehr als einen feinen Tropfen Roten dazu geniessen können, hätte Minu seinen Rucksack mit der Weinflasche darin etwas weniger heftig gegen einen Stein “gelehnt”. Mitten während des Nachtessens trafen dann doch noch zwei weitere Gäste auf: Fribourger, die durch die Nordwand des Fletschhorns wollten. Sie verhielten sich äusserst zurückhaltend und störten unsere Biwakidylle keineswegs. Trotzdem legten wir uns bald einmal aufs Ohr, tunlichst darauf erpicht, beim Drehen in der Horizontalen nicht von den 60cm herunterzufallen. Von meinem Bett aus bewunderte ich das Wetterleuchten im Süden, das die ganze Nacht über ein Blitzlichtgewitter auf mein Nachtlager projizierte.

Id402
Datum30.08.2014
TourBiwak Zen
Ziel erreichtJa
RouteSimplon Dorf (Egga) - Chatzustafel - Rossbodestafel - Gäli Egga - Biwak de Zen
Gipfel(Kein Gipfel) 0m
BegleiterDani, Minu
GebietWalliser Alpen
TourentypHochtour
HM aufwärts1392
HM Abstieg0
Distanz km5.67
VerhältnisseTrockener Aufstieg, problemlos. Schneehang vor dem Biwak ohne grosses Einsinken
HüttenBivacco Piero de Zen (Fletschhorn) 3014m
Feat. Fototbi_2014-08-30.jpg
TourenideenLagginbiwak
Aufstiegszeit03:51:00
Abstiegszeit00:00:00
SchwierigkeitWS
Wetterwechselhaft
MaterialHochtour mit Seil, Eismaterial

volle Distanz: 5984 m
Maximale Höhe: 2968 m
Gesamtanstieg: 1410 m
Gesamtabstieg: -28 m
Gesamtzeit: 03:51:44
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