Alplertor-Seestock

Alplertor-Seestock
Föhnstimmung im Alplertor

Ein letztes Aufbäumen des kräftigen Winterhochs, das uns seit Wochen Nebel und tiefe Temperaturen im Flachland beschert hatte, war für dieses Wochenende angekündigt. Wie vor Wochenfrist sah es danach aus, dass drei Tage auf Ski möglich waren. Allerdings war nur diese eine Tour dabei, der Samstag und Sonntag waren der Familie und einem Skiweekend auf Hasliberg versprochen. Es sollten drei prächtige Bergtage werden, jeder auf seine Weise speziell und ergiebig. 

Bevor wir uns am Wochenende im Hasliberg mittels mechanischer Transportmittel in die Höhe hieven lassen konnten, stand am heutigen Freitag eine Tour auf dem Programm. Mit Beni fand ich wie so oft an einem Freitag einen mehr als valablen Tourenpartner, der meinen Vorschlag für die Alplertor-Seestock Tour (oder auch Schächental-Muotathal Traversierung) sofort befürwortete. Dass wir wiederum die Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln beanspruchen mussten, war ebenso wenig ein Hindernis wie die Tatsache, dass es erst um 9 Uhr eine gute Verbindung von Schwyz nach Urigen im Schächental gab. Später an diesem Tag wären wir aber froh gewesen, wir hätten die 7-Uhr Variante gewählt. Doch dazu später. 

Wenn man um 9 Uhr in Schwyz auf den Zug geht, kann man erst um 10 Uhr dreissig in Urigen Felle aufziehen und losmarschieren. So langsam schleicht das Postauto nämlich das Schächental hoch. Dafür war es hier oben schön warm und die kurzen Ärmel konnten gleich zu Beginn montiert werden. Nach 1½ Stunden langten wir oberhalb des Mettener Butzli im steilen Couloir an, welches zusammen mit dem nachfolgenden Quergang die Schlüsselpassage dieses Aufstiegs darstellt. Mit aufgebundenen Ski gelang dieser Streckenabschnitt gut, obwohl einem der Blick von unten Respekt einflösste. Beni vermochte mir schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr richtig zu folgen, weshalb es für ihn nur einen kurzen Trinkhalt nach dem Quergang gab. Nun folgte das spektakulärste Teilstück der Tour, nämlich der Übergang über das Alplertor. Zur dramatischen Landschaftsgestaltung gesellte sich eine aussergewöhnlich dynamische Föhnstimmung, was dem Ganzen eine einzigartige Atmosphäre verlieh. Der Föhn war im Alplertor gut zu spüren, aber von Sturm zu reden wäre übertrieben. Viel mehr als ein Umrüsthalt war aber auch nicht angezeigt: Allzu schnell trug der Wind die Aufstiegswärme vom Körper weg. 

Die erhofften guten Schneeverhältnisse in den Nordhängen des Alplertors erwiesen sich als Irrtum. Der Wind der vergangenen Tage hatte der Schneedecke arg zugesetzt. Nur vereinzelt gelang ein unbeschwerter Schwung. Bevor wir aber zum zweiten Aufstieg des Tages schritten, genehmigten wir uns doch noch und endlich ein paar Bissen. Diese waren für die fast 500 Höhenmeter nötig. Der Weiterweg war steil und ein paar der Aufstiegshänge schienen mir lawinenmässig nicht ganz lupenrein. Deshalb machten wir einen Umweg über sicheres Gelände und folgten dem langen Südostgrat bis auf den Gipfel des Seestocks. Zum Teil lag dieser Weg an der Sonne, die Aufstiegsspur war aber etwas glasig, sodass die Harscheisen gute Dienste leisteten. 

Beni musste in diesem Aufstieg ein gemächlicheres Tempo anschlagen, was mir eine lange Gipfelrast bescherte. Der Gang bis nach ganz oben hat sich aber gelohnt: die herrschende Föhnstimmung sowie die Sicht in die nahe Schwyzer und Urner Bergwelt bildeten eine unschlagbar energiegeladene Kombination. Inzwischen war es 16 Uhr geworden und höchste Zeit, die Abfahrt anzutreten. Als Ziel formulierten wir, es vor dem Einnachten bis nach Hinterthal zu schaffen. Die üblen Schneeverhältnisse liessen dies aber zu einem schwierigen Unterfangen werden. Auch schätzte ich nach wie vor nicht alle Hänge als ungefährlich ein, weil der Wind zu einigen Schneeverfrachtungen geführt hatte. Es ging aber soweit alles gut, mit der vorsichtigen Routenwahl und angepasstem Fahrtempo liess es sich sicher bis nach Hinterthal navigieren. Mit etwas Resttageslicht und Fahrplanglück gelangten wir mehr oder weniger anständig nach Schwyz und nach Hause zurück. 

Id2671
Datum27.01.2017
TourAlplertor-Seestock
Ziel erreichtJa
RouteUrigen - Mettener Butzli - Alplertor - Seestock - Fellheg - Hürital - Muothatal
GipfelAlplertor 2448m; Seestock 2429m
BegleiterBeni
GebietZentralschweiz
TourentypSkitour
HM aufwärts1788
HM Abstieg2438
Distanz km24.66
VerhältnisseFöhnstimmung im Urnertal. Föhn nicht allzu stark. Schnee für Abfahrt leider verblasen, erst zuunterst schöner Pulver.
Hütten
Feat. Fototbi_2017-01-27.JPG
Tourenideen
Aufstiegszeit04:50:00
Abstiegszeit02:10:00
SchwierigkeitZS
Wetterschön - windig
MaterialSkitour normal

volle Distanz: 21882 m
Maximale Höhe: 2469 m
Gesamtanstieg: 1828 m
Gesamtabstieg: -2477 m
Gesamtzeit: 07:09:32
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